1884 - 1945
125 Jahre Unternehmensgeschichte der Tuch- & Lodenfabrik Leichtfried in Möbersdorf sind Anlass dafür, auf die Entstehung und Entwicklung dieses in der Obersteiermark ansässigen Familienbetriebes zurückzuschauen.Aus kleinsten Anfängen entwickelte sich das Unternehmen im Laufe der Zeit zu einer leistungsfähigen und maschinell sehr gut ausgestatteten Volltuchfabrik.
Im Jahre 1884 kaufte der aus dem kärntnerischen Lesachtal stammende Handweber Johann Oberluggauer in Möbersdorf ein kleines Grundstück zur Errichtung einer Lodenerzeugung. Am Mühlbach, einer Ableitung des Feistritzbaches, wo heute das Detailgeschäft des Unternehmens untergebracht ist, entstand eine kleine Lodenwalkerei. Handwerksbetriebe dieser Art waren damals in vielen Orten der Steiermark zu finden. Der Anfang war sehr mühsam, mussten die einfachen Maschinen vorerst zum Teil noch per Hand betrieben werden. Nur kurz war die Tätigkeit Johann Oberluggauers, er verstarb im Jahre 1886.
Sein tüchtigster Mitarbeiter, der aus der Oststeiermark stammende Johann Maierhofer, heiratete die Witwe Oberluggauers und führte bis 1919 den Berieb. In dieser Zeit wurde die Betriebsstätte erweitert und Grundstücke wurden dazu gekauft.
1919 kam Josef Leichtfried als Praktikant in die Färberei der Lodenwalkerei Maierhofer. Er heiratete noch im selben Jahr die Tochter des Betriebsinhabers, Karoline Maierhofer. Josef Leichtfried stammte aus Göstling an der Ybbs in Niederösterreich, wo sein Vater selbst eine Leinenweberei und Lodenerzeugung betrieb.
Nach der Betriebsübernahme verlegte Josef Leichtfried den Betrieb vom ursprünglichen Standort etwas mühlbachabwärts und baute ihn an neuer Stelle wieder auf. Der Mühlgang musste tiefer gelegt werden, um das notwendige Gefälle für den Einbau einer Turbine zu erhalten. In den darauffolgenden Jahren wurde kontinuierlich dazu gebaut, um die steigende Nachfrage nach dem schon damals weit über das obere Murtal hinaus bekannten Leichtfried-Loden decken zu können. Einer steirischen Tageszeitung aus dem Jahre 1935 ist zu entnehmen, dass der Prinz von Wales in Kitzbühel eine Joppe aus „Leichtfried-Perlloden“ gekauft hat.




